Die
Kälteintensitäten lassen sich grob unterscheiden in
milde Kälte,
wie Güsse, Wickel oder kalte Peloide,
mittlere Kälte,
wie sie z. B. Eis vermittelt, und
starke Kälte
durch Anwendung von gasförmigem Stickstoff oder kalter Luft (Kaltluft).
Gängige
Anwendungsformen von Kälte:
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Eisbeutel
werden meist mit Eisgranulat gefüllt, das sind kleine, etwa nussgroße
Stückchen. In dieser Form hat das Eis eine Temperatur von zirka -0,5 °C
und kühlt rund 30 Minuten lang (abhängig natürlich von der Eismenge).
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Spezielle
Kältepackungen
enthalten Silikatgel in einer Plastikhülle. Selbst bei -15 bis -18 °C sind
sie verformbar und können so körpergerecht aufgelegt werden. Man verwendet
sie z. B. im Wechsel mit Krankengymnastik, z. B. jeweils für ein bis fünf
Minuten oder über 20 bis 35 Minuten zur Kühlung auch tieferer
Gewebsschichten.
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Bei der Eismassage
bzw. der Eisabtupfung tupft der Physiotherapeut/Masseur mit einem
Stiel versehene Eiswürfel oder Eiskegel auf die Haut. Als Hilfsmittel in
der Krankengymnastik wird diese Eisform auch in kreisenden Bewegungen für
drei bis fünf Minuten über die Haut geführt.
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Eiskompressen
sind Frottiertücher, die nach dem Eintauchen in Kochsalzlösung tiefen
Temperaturen von -12 bis -15 °C ausgesetzt waren. Sie sind nicht völlig
steif gefroren und lassen sich dem Körper anpassen. Soll die Kälte auch
tiefere Gewebsschichten erreichen, müssen sie 15 bis 20 Minuten einwirken.
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Eisteilbäder
gehören zu den intensiveren Kälteanwendungen. Hände, Füße oder Arme werden
in ein Eis/Wassergemisch von zirka +1 °C eingetaucht. Oft wird dieses
Verfahren mit Krankengymnastik kombiniert.
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Intensive Kälte
vermitteln auch kalte Luft (-30 bis -40 °C) oder gasförmiger
Stickstoff (-160 bis -180 °C, Hautkontakt mit -120 °C). Aus etwa 40
bis 60 Zentimetern Abstand strömt Gas bzw. Luft auf die Haut. Die
Ausströmdüse wird dabei ständig bewegt, sodass der Luftstrom nicht immer
dieselben Hautstellen trifft.
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Kalte Güsse
Waschungen, kalte Wickel, Auflagen (z. B. Quark) und Peloide sind eher
mildere Formen der Kälteanwendung.
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Auf den ganzen Körper
wirkt die Kälte in der Kältekammer ein. In der Kammer herrschen
Temperaturen zwischen -60 und -110 °C. Die Patienten tragen lediglich
Badekleidung, Handschuhe, Mund- und Nasenschutz. Sie bewegen sich eine
halbe bis drei Minuten in der Kälte.
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